Auch wirtschaftlich schwache Länder verfügten über eine ausreichende Grundversorgung.

Stellen sie sich vor, die Liquidität eines Staates wäre nicht mehr an die Stärke der Wirtschaft gebunden. Dies würde ja im Umkehrschluss bedeuten, dass auch Staaten mit einer schwachen Wirtschaft stets über genügend Geld für die Aufrechterhaltung einer öffentlichen Ordnung und Infrastruktur verfügten.

Genau diese Entkopplung von Staatshaushalt und der Wirtschaftskraft ist die Grundidee der sozialen Geldschöpfung. Eine Abschaffung armer Staaten rückt damit in den Bereich des Möglichen. Im bestehenden Geld- und Wirtschaftsystem klingt dies zu schön um wahr zu sein. Bei einem Geldsystem, dass auf dem Prinzip der sozialen Geldschöpfung aufbaut, wäre dies durchaus denkbar.

Bildungschancen wären gänzlich unabhängig vom Einkommen und sozialen Stand des Elternhauses.

In der modernen Welt ist eine gute Bildung wichtig für den Erfolg des Einzelnen und das soziale Miteinander. Die Bedeutung von Bildung wächst und zwar vom Kleinkind über den Kindergarten bis zur Schule und darüber hinaus.

Aber Bildung für Alle ist teuer. Und je größer die Kluft zwischen den sozialen Schichten wird, desto aufwändiger und teurer wird es gut ausgebildetes Personal, Schulen und Einrichtungen zu finanzieren, die diesem negativen Trend effektiv entgegen treten können.

Leider ist Bildung oft ein nicht unbedingt rentables Geschäft im ökonomischen Sinne. Vor allem, wenn die Regierung jedem, also auch und gerade den Bedürftigen, einen entsprechenden Platz in Einrichtungen mit ausreichendem und kompetentem Personal garantieren will.

Im System der sozialen Geldschöpfung wäre für jede Form von Bildungs- und Sozialeinrichtungen stets genug Geld vorhanden, weil der Staat dieses nicht erst durch Steuern oder Schulden eintreiben müsste.

Schulen könnten leichter gut in Schuss gehalten werden, ebenso wie Kinderkrippen und Kindergärten, aber auch Universitäten und Hochschulen. Wichtige Berufe wie Erzieher*inen könnten angemessen bezahlt werden - und dies bei ausreichenden Personalschlüsseln.

Der Green Deal der EU wäre problemlos finanzierbar.

Der Green Deal der EU 2010 ist ein für den Klimaschutz wichtiges Vorhaben, finanziell aber ein gewaltiges Paket. Mit Hilfe der sozialen Geldschöpfung muss der Staat nicht darüber nachdenken, wo er das Geld herbekommt. Zwar muss er auch in diesem Geldsystem die Inflation im Auge behalten und ggf. mit einer höheren Geldmengenapassung gegen steuern, aber er hat weitaus größere Finanzspielräume, selbst bei solch finanziell großen Aufgaben.

Die Einnahmen des Staates wären unabhängig von seiner Wirtschaftskraft.

Im bestehenden System bezieht der Staat sein Geld durch Steuern. Diese zweigt er primär von der Wirtschaft und der arbeitenden Bevölkerung ab. Schwächelt die Wirtschaft, gibt es weniger Steuereinnahmen. Das bedeutet, dass auch sämtliche sozialen Ausgaben des Staates indirekt von einer florierenden Wirtschaft abhängig sind. In diesem System steht in der Finanzierungskette stets die Wirtschaft an oberster Stelle. Ohne sie sind selbst Sozialausgaben nicht finanzierbar. Schwächelt die Wirtschaft, schwächelt der Staat und damit unser gesamter Wohlstand und unser Sozialwesen. Der Staat hängt in diesem System am Tropf der Wirtschaft.

Die soziale Geldschöpfung würde diese Abhängigkeit aufheben, denn sie bietet eine Alternative zum bestehenden Steuersystem und macht den Staat damit unabhängiger von einer funktionierenden Wirtschaft. Wirtschaft und Politik wären entflochten, denn der Staat benötigte keine florierende Wirtschaft mehr um an sein Geld zu gelangen. Was in der aktuellen Realität wie ein Widerspruch in sich klingt, könnte mit Hilfe der sozialen Geldschöpfung verwirklicht werden. Der Staat könnte sich ohne Rücksicht auf die Wirtschaft unabhängiger auf seine eigentliche Aufgabe fokussieren, die Verwaltung des öffentlichen Lebens.

Die Geldmenge könnte gezielt kontrolliert werden.

Die Geldmenge zu kontrollieren ist eine der zentralen Fragen der Finanzpolitik. Gerade in den letzten Jahren findet die Geldpolitik keine wirklich befriedigenden Antworten darauf.

Dabei stehen uns mit der Digitalisierung heute technische Möglichkeiten zur Verfügung, die in der vordigitalen Zeit noch undenkbar waren. Zum Teil werden diese auch schon angewandt, zum Beispiel von Privatbanken mit der Löschung von Giralgeld bei der Rückzahlung von Krediten.

Die soziale Geldschöpfung will diese technische Möglichkeit als einen zentralen Punkt im Geldsystem nutzen. Sie nennt dieses Prinzip Geldmengenanpassung. Damit stünde zur Kontrolle der Geldmenge ein präziseres Werkzeug zur Verfügung, als es die Kontrolle des Leitzins der Zentralbanken im gegenwärtigen System darstellt.

Ein bedingungsloses Grundeinkommen wäre dauerhaft und solide finanzierbar.

Die Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens leuchtet Vielen ein. Wie dies allerdings zu finanzieren sei, darüber wird heftig gestritten. Ist es im bestehenden Geld- und Wirtschaftsystem überhaupt zu finanzieren?

In einem Geldsystem, das auf der sozialen Geldschöpfung aufbauen würde, wäre es nicht nur dauerhaft finanzierbar, es wäre geradezu eine der Säulen des Systems.

Eine ausreichende und fachgerechte Kinderbetreuung würde niemals am Geld scheitern.

Die Förderung und Betreuung von Klein- und Kleinstkindern wird immer wichtiger. Doch trotz beschlossener Gesetze kann das Bedürfniss danach nicht befriedigt werden. Erzieher, Psychologen und Fachkräfte werden schlecht bezahlt und finden bei der Arbeit oft schlechte Arbeitsbedingungen, zum Beispiel durch unzureichende Personalschlüssel. Und kommt noch der Anspruch hinzu gerade Kindern aus weniger wohlhabenden Schichten eine optimale Betreuung und bestmögliche Förderung zukommen zu lassen, dann scheitert dieses Vorhaben meist an den Bedingungen der Realität.

Im System der sozialen Geldschöpfung wären zumindest die finanziellen Rahmenbedingungen für die Lösung dieser Probleme gegeben. Erzieher und Fachkräfte könnten angemessen bezahlt und die Einrichtungen optimal ausgestattet werden, vor allem was die Anzahl des Personals betrifft. Fortbildungen wären jederzeit möglich. Der systemrelevante Beruf des Erziehers könnte für Viele interessant werden, die wegen schlechter Bezahlung eine solche Karriere trotz Interesses an dieser Arbeit nicht anstreben.

Eine einfachere Alternative zu unserem komplizierten Steuermodell wäre leichter möglich.

Unser Steuersystem ist kompliziert. In der sozialen Geldschöpfung gibt es keine Steuern. Das Modell ist unter anderem eine Alternative zu allen bisherigen Steuermodellen. Statt Steuern zahlt der Bürger eine Geldmengenapassung. Diese könnte deutlich einfacher gestaltet werden. Es gäbe keine lästigen Steuerbescheide mehr, was einen enormen Abbau an Bürokratie und Verwaltung nach sich ziehen könnte.

So könnte zum Beispiel bei jeder digitalen Geldtransaktion, und das sind ja die weitaus meisten (schließlich ist jede Überweisung eine digitale Geldtransaktion) die Höhe der Geldmengenapassung automatisch abgezogen und direkt gelöscht werden. Dann benötigten wir überhaupt keine komplizierten Steuerberechnungen mehr.

Eine medizinische Grundversorgung für jeden wäre jenseits der Krankenkassen finanzierbar.

Unser Krankenkassensystem gilt als kompliziert und ungerecht. Oft entsprechen deren Vorgaben nicht den Gegebenheiten der medizinischen Realität vor Ort.
Eine zunehmende Privatisierung der Finanzierung unseres Gesundheitssystems führt in eine Zwei-Klassen-Medizin. Und eine Ökonomisierung des Haushalts der Krankenhäuser treibt zum Teil bunte Blüten, zum Beispiel in Form von unnötigen medizinischen Maßnahmen, die weniger dem Wohl des Patienten, als vielmehr den Einnahmen der Krankenhäuser dienen.
Durch die soziale Geldschöpfung stünden dem Staat genug Mittel zur Verfügung eine kostenlose, medizinische Grundversorgung für Alle aufzubauen, unabhängig vom Einkommen. Das System der öffentlichen Krankenkassen könnte dadurch ersetzt werden und gewünschte Zusatz- oder Sonderleistungen könnte durch Aufstockung privater Krankenkassen auf die staatliche Grundversorgung bewirken.

Finanzielle Sicherheit wäre auch in Zeiten von Rezessionen gegeben.

Wie schnell finanziell unsichere Zeiten hereinbrechen können spüren wir gerade in diesen Tagen. Der aufgrund der Pandemie von Covid-19 ausgelöste Lockdown wird eine Rezession auslösen, deren Folgen noch nicht absehbar sind.

Und langfristig gesehen stellt immer noch der Klimawandel unsere Wirtschaft vor neue Herausforderungen. Um diesem schnell und angemessen zu begegnen - und die Zeit ist mittlerweile verdammt knapp - bräuchte man, bis zur Findung neuer, umweltverträglicher Technologien, weniger an Energieverbrauch, weniger an Mobilität, weniger an Konsum, also so etwas wie eine bewusst gesteuerte Rezession. Dies ist im Plan unserer auf Wirtschaftswachstum ausgerichteten Marktwirtschaft aber nicht vorgesehen. Bislang nicht. Im gegenwärtigen System leidet unter einer Rezession der allgemeine Wohlstand, weil diese eine Abwärtsspirale aus Arbeitslosigkeit bei gleichzeitigen verminderten Steuereinnahmen und notwendigen höheren Sozialausgaben auslöst.

In einem Geldsystem, dass auf der sozialen Geldschöpfung beruht, wäre diese Abwärtsspirale durchbrochen. Weil der Staat sein Geld nicht erst über Steuern einziehen müsste, würde er auch in wirtschaftlich unsicheren Zeiten nie zahlungsunfähig werden. Dies könnte Wirtschaftskrisen nicht verhindern, deren Folgen für die gesamte Gesellschaft aber deutlich mildern. Und außerdem stünden dem Staat nahezu unbegrenzt zusätzliche finanzielle Mittel zur Verfügung um zusätzliche Maßnahmen zu ergreifen.

Folgekosten des Klimawandel wären gedeckt.

Die ökonomischen Folgen des Klimawandels werden derzeit immer noch unterschätzt. Es gibt Berechnungen, die langfristige Folgekosten von erschreckender Höhe offenbaren. 

Da das Geld für Investitionen des Staates in der sozialen Geldschöpfung nicht erst durch Steuern eingetrieben werden muss, sind umfassende Investitionen um die zu erwartenden Folgekosten des Klimawandels zu verringern leichter zu schultern. Auch die Folgekosten selbst sind dann leichter zu tragen, vor allem selbst dann, wenn die Wirtschaft durch die Folgen des Klimawandels in einer Krise geraten sollte, was durchaus denkbar ist.

Jeder Staat hätte in Zeiten des Notstandes genug Geld um sofort angemessen reagieren zu können.

Ausnahmesituationen, wie wir sie in der gegenwärtigen Pandemie erleben, könnten sich in Zukunft häufen, unter anderem auch in Folge des Klimawandels. Dazu müssen Staaten in der Lage sein schnell und unbürokratisch reagieren zu können. Sind die Kassen voll, ist dies kein Problem, aber was, wenn ein Staat nicht genügend Geld auf der Seite hat? Und sollten sich solche Ausnahmesituationen in kurzer Zeit aufeinander häufen, könnten selbst die reichsten Nationen irgendwann an ihre Grenze stoßen.

Durch die soziale Geldschöpfung wäre auch in Ausnahmensituationen fehlendes Geld nicht das Problem. Gegebenenfalls könnte der Staat kurzfristige Zusatzausgaben in beliebiger Höhe durch eine anschließende Anhebung der Geldmengenanpassung in stabileren Zeiten wieder ausgleichen. Die Geldmengenapassung ist das zentrale Element der Theorie der sozialen Geldschöpfung.

 

Pflegeberufe wären unabhängig von ökonomischen Sachzwängen jederzeit angemessen bezahlbar.

Pflege- und Altersheime sind teuer, haben einen hohen Personalschlüssel und für die Gewährleistung einer optimalen Pflege entstehen hohe Kosten bei Material, Immobilien und Instandhaltung und vor allem für ein motiviertes, ausreichend besetztes und gut bezahltes Personal. Es ist schwer dies Alles solide zu finanzieren, ohne dass die Kosten für einen Heimplatz ins Unermessliche steigen.

Mit der sozialen Geldschöpfung wäre es möglich genügend Geld für eine gerechte und würdige Grundaltersvorsorge für Alle solide zur Verfügung zu stellen. Pflegeberufe könnten angemessen bezahlt werden bei gleichzeitig ausreichendem Personalschlüssel.

Gerade weil unsere Welt immer technisierter wird, werden soziale Berufe, die der menschlichen Interaktion dienen, immer wichtiger. In einer Nation, in der sich der Staat nicht über Steuern sondern über die soziale Geldschöpfung finanziert, wäre für diese wichtigen Punkte stets genug Geld vorhanden.

Renten wären dauerhaft gesichert.

Die soziale Geldschöpfung bietet ein alternatives Modell zu den Sozialabgaben, wie sie zur Zeit unter anderem für die staatlichen Renten nötig sind. Mit dem Modell der sozialen Geldschöpfung wären diese solide finanzierbar. Man könnte die Rente sogar durch ein lebenslanges bedingungsloses Grundeinkommen ersetzen.

Natürlich soll es aber trotzdem möglich sein, ob Rente oder bedingungsloses Grundeinkommen, daneben jederzeit noch private Rentenzusatzversicherungen abzuschließen, damit Menschen, die durch ihre Berufstätigkeit sich einen höheren Lebensstandard erarbeitet haben, nicht in der Rente auf das Niveau der staatlichen Rente, bzw. des bedingungslosen Grundeinkommens zurück fallen.

Staatsschulden wären vermeidbar.

Die Diskussion um eine schwarze Null würde beim Prinzip der sozialen Geldschöpfung obsolet werden, weil der Staat bei diesem Geldsystem überhaupt keine Schulden mehr machen muss.

Wir wären vom Zwang zum Wirtschaftswachstum befreit.

Im gegenwärtigen Geld- und Wirtschaftssystem muss permanent Wirtschaftswachstum angestrebt werden, da bei ausbleibenden Phasen wachsender Wirtschaft der allgemeine Wohlstand sinkt. Dies ist gerade in aktuellen Zeiten, die von einer aktuellen Pandemie und von den Folgen des Klimawandel geprägt sind, ein viel zu wenig benanntes Problem.

Ein Geldsystem auf dem Prinzip der sozialen Geldschöpfung könnte auch Phasen der Rezession überstehen, ohne dass der allgemeine Wohlstand gefährdet wäre, da der Staat in der Finanzierung grundlegender Aufgaben nicht mehr von Steuereinnahmen und damit von der Notwendigkeit einer florierenden Wirtschaft abhängig wäre. Er könnte dieser in Zeiten der Rezession sogar unter die Arme greifen und gesellschaftliche Weichenstellungen, wie den Umbau auf erneuerbare Energien und der Ausbau einer neuen Mobilität, dauerhaft solide finanzieren.

Was im Augenblick wie ein Widerspruch in sich klingt wäre möglich: Man könnte eine gezielte und gelenkte Rezession in Kauf nehmen, ohne das Allgemeinwohl und unseren Wohlstand damit zu gefährden.