Soziale Geldschöpfung

Soziale Geldschöpfung beschreibt eine Alternative zum Steuersystem.

Als Vorbild dient dazu der technische Vorgang bei der Geldschöpfung und Löschung von Giralgeld bei der Kreditvergabe von Banken. Die Soziale Geldschöpfung möchte dieses von den Banken genutzte technische Prinzip auf die Staatsfinanzierung übertragen und damit Steuern überflüssig machen.

Die gezielte Kontrolle der Geldmenge durch Löschung von Giralgeld ist das eigentlich Neuartige und der wesentliche Kern dieser Theorie.

Praktisch sollte dies in folgenden Schritten ablaufen.

  1. Der Staat schöpft das Geld, dass er benötigt, als Giralgeld.
  2. Mit der Umsetzung seiner Projekte beauftragt er die Privatwirtschaft, die er mit diesem neu geschöpftem Geld bezahlt.
  3. Die Bevölkerung zahlt statt Steuern eine Geldmengenanpassung. Dieses Geld wird vom Staat nicht einbehalten. Er benötigt es in diesem System ja nicht. Das über die Geldmengenapassung bezogene Geld wird wieder gelöscht. Damit wird die Geldmenge gezielt stabil gehalten.

Man könnte diesen Vorgang auch mit einem Bild vergleichen. Stellt man sich die Menge des sich im Umlauf befindlichen Geldes wie das Wasser in einem Schwimmbecken vor, so würden die Ausgaben des Staates die Funktion der Pumpen darstellen, die immer wieder frisches Wasser in das Becken füllen. Der Abfluss am Beckenrand würde die Geldmengenanpassung symbolisieren. Die Aufgabe des Staates wäre es eine Balance zwischen öffentlichen Ausgaben und der Höhe der Geldmengenanpassung herzustellen, so dass die Geldmenge und damit auch die Preise stabil bleiben.

Im Prinzip wäre das Steuersystem damit umgekehrt. Der Bürger finanziert nicht den Staat durch Steuern, sondern der Staat schießt das Geld vor, und die Bürger zahlen es nach und nach zurück. Alle Staatsausgaben wären damit einem Kredit an die Bevölkerung vergleichbar. Der feine, aber wichtige Unterschied zu einem gewöhnlichen Kredit wäre aber, dass der vom Staat geschöpfte Betrag nicht 1:1 innerhalb eines festgesetzten Zeitraums zurückgezahlt werden müsste. Der Bürger sollte gerade immer so viel Geld zurückzahlen müssen, dass eine Inflation im Zaum gehalten werden kann. Die Steuer wäre praktisch durch einen Inflationsausgleich ersetzt.

Der Gegenwert des Geldes wäre unsere Infrastruktur, alle staatlichen Einrichtungen sowie alle Sozialausgaben. Soziale und karitative Einrichtungen, deren Auftrag keine Gewinnoptimierung ist und auch niemals sein sollte, wären in ihrer Finanzierung nicht mehr, oder nicht sonderlich, ökonomischen Sachzwängen unterworfen.

Auf diese Weise wäre auch die Finanzierung eines bedingungslosen Grundeinkommens denkbar. Die Grundversorgung aller Bürger sowie alle gemeinnützigen Einrichtungen und Ausgaben würden die Geldmenge generieren, die dann in einer freien Wirtschaft zirkulierte.

Der größte Vorteil dieses Systems wäre die Entkopplung der Staatsfinanzierung von der Wirtschaft. Der Staat benötigte keine florierende Wirtschaft mehr um an genügend Steuereinnahmen für den allgemeinen Wohlstand zu gelangen. Der Wohlstand einer Nation wäre nicht mehr von deren Wirtschaftskraft abhängig. Der Zwang zum Wirtschaftswachstum wäre aufgehoben.

Dies widerspricht aber nicht dem Festhalten an einer freien Wirtschaft. Diese müsste allerdings nicht mehr die Finanzierung des allgemeinen Wohlstandes tragen, sondern auch hier wäre das bestehende Prinzip umgekehrt. Der Staat würde durch seine sozialen Ausgaben die freie Wirtschaft erst ermöglichen und in Zeiten von Krisen und Rezessionen sogar ankurbeln. Daher der Name soziale Geldschöpfung.